Dienstag, 25. Mai 2021

[Blotgour] Die Schnüfflern

Interview mit Anne von Vaszary


Durch die Agentur Literaturtest bin ich auf den Auftakt der Schnüfflerin-Reihe aufmerksam geworden. Das Buch von Anne von Vaszary klang sofort sehr interessant und nach etwas Neuem. Zumindest hatte ich bisher noch nicht von einer Privatperson gelesen, die sich aufgrund ihres Geruchssinns für die polizeilichen Ermittlungen interessant machte. Eine Frau, die dank ihrer Nase Teil einer polizeilichen Ermittlung wird - ob das was werden kann? Ja, es kann. Das ist zumindest meine Meinung zu dem Auftakt der Reihe und ich bin sehr gespannt, wie es mit Nina und Kommissar Koller weitergehen wird. Eine ausführliche Rezension zum Krimi erscheint morgen hier auf dem Blog. Das würde den Rahmen des heutigen Posts sprengen und vom eigentlichen Thema ablenken: dem Interview mit der Autorin. Hierbei wünsche ich euch nun ganz viel Spaß und empfehle auch, auf jeden Fall das Ende des Posts zu lesen, denn dort erwartet euch noch ein Gewinnspiel.

Liebe Anne, bitte stell dich meinen Leser:innen doch einmal kurz vor und erzähl uns, wie du zum Schreiben gekommen bist.

Danke für die Einladung, liebe Tami. Also zum Krimischreiben kam ich mit 12 Jahren nach dem Lesen meines ersten Lieblingsbuchs „Detektiv Pinky“ von Gert Prokop, da hab ich angefangen eigene Detektivgeschichten zu schreiben. Es hat dann noch ein paar Jahre gedauert, bis ich meinen ersten Krimi veröffentlicht habe (*hüstel* 33 um genau zu sein), aber in der Zeit habe ich viele andere Geschichten geschrieben, zum Beispiel für Computerspiele, eine TV-Soap, eine Sketch-Comedy-Show und eine Hörspielserie. Ich habe vor zwanzig Jahren Filmdramaturgie und Drehbuchschreiben an der Filmuni in Babelsberg studiert und seitdem als freie Autorin in verschiedenen Branchen gearbeitet, das hat meinen Schreibstil seit meiner Pinky-Phase hoffentlich etwas verfeinert.

Wie kam dir die außergewöhnliche Idee, eine besondere Nase zum Mittelpunkt deiner neuen Krimireihe zu machen?

Die kam mir vor dem offenen Kühlschrank, als ich von meiner Familie mal wieder dazu aufgefordert wurde an der Milch zu schnüffeln, ob sie noch gut ist. Damals war ich schwanger und hatte einen unheimlich empfindlichen Geruchssinn, der leider nur dafür herhielt, die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu bestimmen. Ich dachte mir: Mensch, das ist eigentlich eine Superheldinneneigenschaft – daraus muss doch mehr zu machen sein!

Ich finde es toll, dass dein Krimi ohne eine Liebesgeschichte zwischen den beiden Ermittlern auskommt. War das für dich eine Option oder hast du das von vornherein ausgeschlossen?

Freut mich, dass du das so siehst, das mag ich nämlich auch an den beiden. Nina Buck und Koller sind als Tochter-Vater-Gespann angelegt und werden das auch bleiben.

Du schreibst auch Drehbücher. Käme es für dich in Frage Nina und Koller auf die große Leinwand zu schicken?

Na klar, schon während des Schreibens lief der Film in meinem Kopf ab. Es wäre toll, wenn es irgendwann einmal die Gelegenheit dazu gäbe, ihn umzusetzen.

Wann dürfen wir mit der Fortsetzung der Reihe rechnen? Und weißt du schon, wie viele Teile die Reihe beinhalten wird?

Mit dem zweiten Band bin ich eben fertig geworden, er heißt „Schattenjagd“ und erscheint am 1. September noch in diesem Jahr. Darin steht Nina gleich vor zwei verzwickten Problemen: Koller ist seit seiner Suspendierung regelrecht besessen vom »Schattenmann«, einem Serienmörder, der nie gefasst wurde. Und auch der Fall, an dem Nina als Praktikantin bei der Berliner Polizei am Alexanderplatz mitarbeitet, scheintunlösbar zu sein: Ein Mann wird vor die einfahrende S-Bahn geschubst, und die einzige Spur ist ein Taschendieb, der mit der Brieftasche des Täters im Gedränge verschwunden ist. Zum Glück gibt es einen auffälligen Duft nach Mandarinen, der Nina weiterbringt. Für Band drei habe ich auch schon eine Idee für den Fall, es fehlt nur noch der Schlüsselgeruch, der für die Auflösung sorgen wird. Da muss ich wohl noch ein paar Schnupperkurse machen... Aber ich bin sicher, es fällt mir was ein, auch noch für viele weitere Bände. Es macht einfach Spaß Kriminalfälle über Geruchszusammenhänge zu erzählen. Dufte Krimis sozusagen.

Wie lange hast du an diesem Krimi gearbeitet?

An der „Schnüfflerin“ habe ich länger gesessen, weil ich nebenher noch andere Schreibprojekte (und kleinere Kinder) hatte, es waren wohl insgesamt sieben Jahre. Für den zweiten Band „Schattenjagd“ habe ich jetzt ein Jahr gebraucht. Da habe ich mich aber auch voll darauf konzentrieren können, nichts anderes nebenher geschrieben.

Was sind für dich perfekte Schreibtage: im Sonnenschein auf der Terrasse oder verregnete Herbsttage eingemummelt in einer Decke?

Natürlich ist es immer schön, wenn es regnet. Da muss man kein schlechtes Gewissen haben, dass man drinnen am Computer sitzt. Aber da Schreiben ja auch aus Nachdenken besteht, gelingt es mir sogar die Sonnentage sinnvoll zu nutzen. Auf einer Decke liegend im Park mit Blick in den Himmel. Der Anblick vorüber ziehender Wolken löst früher oder später jede Schreibblockade und jedes Plot hole auf.

Deine 3 Must-Haves, die beim Schreiben nicht fehlen dürfen?

Ein gemütliches Sofa, eine geschlossene Tür und ein Fenster mit Wolkenblick.

Woher holst du dir Inspirationen für deine Geschichten?

Jeder Tag ist angefüllt mit Situationen und Augenblicken, die es wert sind, genauer beleuchtet zu werden. Wie kam es zu unerwartetem Streit, skurrilen Missverständnissen oder verletzten Gefühlen? Wenn solche Situationen länger nachwirken, lohnt es sich, sie in Varianten zu denken und in anderen Kontext zu setzen, vielleicht wird ja eine Geschichte draus, die etwas Universelles, ganz Menschliches erzählt.

Was möchtest du zukünftigen Leser:innen noch zur Schnüfflerin verraten? Warum sollten sie Nina und Koller in ihr Regal einziehen lassen?

Ich möchte vorwarnen: die Schnüfflerin ist kein cooler Thriller. Meine Kriminalgeschichten sind unter dem Detektivmantel herzerwärmende Liebeserklärungen an das Leben und die Liebe. Wer sich also in gleichem Maße von der Komik und Tragik menschlicher Abgründe berühren lassen möchte, der liegt hier richtig.


Gewinnspiel

Am Gewinnspiel kann man entweder hier oder auf meinem Instagram-Account teilnehmen. Die Teilnahmebedingungen sind folgende:
• Folge meinem Account The Fantastic World of Mine (Nur bei IG-Teilnahme)
• Kommentiere, welchen deiner Sinne du gerne verbessert/verschärft wahrnehmen würdest.
• Ein Extralos kannst du erhalten, wenn du in deiner Story auf das Gewinnspiel hinweist. (Verlinkung nicht vergessen, damit ich es auch sehen kann.)
• Das Gewinnspiel endet am 01.06.2021 um 18:00 Uhr.
• Wenn du möchtest, kannst du andere auf dieses Gewinnspiel hinweisen. Das ist aber keine Bedingung.
• Vergiss nicht, auch bei den anderen teilnehmenden Blogger:innen vorbeizuschauen. Mit dabei sind: ricysreadingcorner, lesendes_federvieh, liebe.lache.lies und leseengels_buchblog.



2 Kommentare:

Lesendes Federvieh hat gesagt…

Liebe Tami,

vielen Dank für dieses superinteressante und aufschlussreiche Interview! Insbesondere die Entstehungsgeschichte, das Vater-Tochter-Gespann und die kleinen Hinweise auf die Folgebände finde ich sehr spannend. :)

Herzliche Grüße,
Kathi

karin hat gesagt…

Hallo und guten Tag,


Danke für das heute so interessant geführte Interview mit der Autorin.

Hm, im allgemeinen bin ich kein Fan von Super-Verbesserungen meiner Sinne....bin kein X-Faktor-Persönlichkeitsmensch....O.K. augenzwickern..

Aber etwas mehr Sehkraft wäre schon wieder schöner...denn zum Autofahren brauche ich eine Brille...O.K.

Danke für den heutigen Einblick in das Leben und Wirken der Autorin....LG..Karin..

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