Samstag, 17. Oktober 2020

[Rezension] Nur noch ein einziges Mal

Eine Geschichte, die mich überrascht hat.

Seitenanzahl: 416
Verlag: dtv
Preis: 10,99€
Genre: Roman
Einband: Ebook
Erscheinungsdatum: 10. November 2017
Wertung: ♥♥♥♥♥
Reihe: Nein
Die Bildrechte liegen beim dtv Verlag
*Selbstgekauft*
[unbezahlte werbung]







Dies ist mein drittes Buch von Colleen Hoover. Zuerst habe ich Maybe Someday und dann die dazugehörige Kurzgeschichte gelesen. Die Bücher waren okay, aber nichts besonderes. Ich habe die Begeisterung meiner besten Freundin nicht wirklich nachvollziehen können. Irgendwie war ich mit Colleen Hoover nicht so warm geworden. Heute geht es aber um ein ganz anderes Buch.

Klappentext
Als Lily Ryle kennenlernt, scheinen all ihre Träume wahr zu werden: eine neue Stadt, der erste Job und dann noch Ryle – überaus attraktiv, überaus wohlhabend und überaus erfolgreich. Vergessen scheint Lilys schwierige Kindheit. Vergessen auch Atlas, ihre erste Liebe, der gegenüber von Lily squattete – bis ihr Vater die beiden erwischte und Atlas von heute auf morgen verschwand. Und dann steht Atlas auf einmal vor ihr. Als Ryle von ihrer gemeinsamen Vorgeschichte erfährt, weckt dies seine Eifersucht …

Meine Meinung
Vorab möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen: In diesem Buch werden unter anderem häusliche Gewalt, Fehlgeburten und Vergewaltigung thematisiert!
Nur noch ein einziges Mal konnte mich tatsächlich überzeugen. Ich gebe zu, am Anfang war ich nicht begeistert, da Lily sich für mich als schwache Protagonistin darstellte. Auf der einen Seite half sie dem obdachlosen Atlas, der auch im späteren Verlauf der Geschichte noch eine Rolle spielen wird. Auf der anderen Seite scheint sie so hilflos wenn es um häusliche Gewalt im eigenen Haus ging. Als Lily selbst häusliche Gewalt erlebt, wirkt sie ebenfalls schwach, nimmt Ryle mehrere Male in Schutz und verzeiht ihm. Das stieß bei mir auf Unverständnis. Ich habe es nicht verstanden, warum sie sich nicht von ihm trennt und ein Leben ohne ihn beginnt. Doch irgendwann fragte Lily, mehr oder weniger indirekt, die Leser, warum man sich immer fragt, was die Frau falsch macht, wenn es doch der Mann ist, der etwas ganz offensichtlich falsch macht. Und da hat es bei mir Klick gemacht. Ich bin immer noch der Meinung, dass sie ihm nicht verzeihen sollte. Dennoch hat er den Fehler gemacht und darüber sollte man als Betroffene/Leser unbedingt nachdenken!
Colleen Hoover hat mich mit diesem Buch absolut überzeugt. Lily wuchs aus ihrer Opferrolle heraus und wurde stattdessen zu einer starken Frau, die zu sich und ihren Entscheidungen stehen kann. Aus einem eher schwachen Charakter entwickelte sich eine Vorbildrolle, die zeigt, wie man aus so einer scheinbar aussichtslosen Situation herausfinden kann. Ryle entwickelte sich mehr und mehr zu einer Figur, die ich nicht mochte. Der Versuch, die Gewaltausbrüche durche einen Verlust zu rechtfertigen, gefiel mir ebenfalls nicht. Hier hätte die Autorin sicher noch einmal gut auf eine Therapie hinweisen können, um das erlebte Trauma zu bewältigen.
Auch sprachlich war das Buch gut geschrieben. Auch wenn ich kein Fan der Figurnamen bin, ließ sich das Buch flüssig und schnell lesen. Das Buch enthält keine unnötigen Längen und befasst sich mit einem wichtigen Thema. Allerdings vermisse ich zu Beginn des Buchs eine Triggerwarnung und auch aus dem Klappentext konnte man keinen Hinweis auf o.g. Trigger finden. Das könnte man aber sicherlich in folgenden Auflagen ergänzen.
Danke an dieser Stelle an meine liebe Laura, dass du mir das Buch auf meine Leseliste gesetzt hat. Es war ein spannendes Lesevergnügen, das auch im Nachgang noch zum Nachdenken anregt.

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