Samstag, 7. März 2020

[Gedankenwelt] Tami und das verwunschene Kind

Ein zauberhaftes Wochenende.


Puh, ich habe diesen Anfang jetzt bestimmt schon fünf Mal neu geschrieben. Ich habe das Gefühl, dass sowieso nichts, was ich schreibe dem gerecht wird, was ich gesehen habe. Aber fangen wir lieber von vorne an. Vor einer gefühlten Ewigkeit haben meine Schwägerin und ich Tickets zur Vorpremiere von Harry Potter und das verwunschene Kind im Mehr! Theater Hamburg gekauft. Wir haben diesem Ereignis wirklich lange entgegengefiebert.
Als es dann endlich soweit war, war ich wirklich super aufgeregt. Vorab hatten wir natürlich unsere Zugverbindung und ein Hotelzimmer gebucht. Wir sind beide das erste Mal mit dem Flixtrain gefahren und es war absolut in Ordnung. Die Sitzpolster waren zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber bei dem Preis (13,99€ von Münster nach Hamburg) kann man wirklich nicht meckern.
Am 29. Februar ging es also in aller Frühe los. Wir stiefelten zum Bahnhof, warteten auf den Zug und fanden dann recht schnell auch gute Plätze. Die Fahrtzeit ging sehr schnell vorüber. In Hamburg angekommen machten wir uns schnell auf dem Weg zum Hotel, wo tatsächlich schon ein Zimmer für uns frei war. Wir haben übrigens im Sofitel geschlafen - was für ein tolles Hotel! Nach einem Probeliegen im Bett machten wir uns noch einmal frisch, schnappten uns unsere Tickets und machten uns auf den Weg.


Am Theater angekommen fanden wir uns schnell unter Potterheads wieder. Überall begegneten uns Menschen, die stolz Housepride trugen. Das Publikum war bunt gemischt, von alt bis jung war alles vertreten. Nach einer Taschenkontrolle kamen wir in den Gastronomiebereich, wo wir uns aber nur ganz kurz aufhielten, da wir ja ein konkretes Ziel hatten. Vor dem Theater wurde dann natürlich posiert und ein paar Erinnerungsfotos geschossen. Dann ging es endlich rein. Schnell waren die Jacken abgegeben und dann wurden meine Augen erstmal groß. An den Wänden befinden sich Bilder von Patronuszaubern - inklusive Zitaten!!! Ich glaube ich habe zu dem Zeitpunkt schon gestrahlt wie ein Atomkraftwerk. Vor einer Fotowand konnten wir weitere Erinnerungsfotos mit Hauswappen schießen.


Bis es losging vertrieben wir uns die Zeit noch ein wenig, tranken eine Cola und bestaunten die Details des Vorraums. Da haben sich die Veranstalter auf jeden Fall viel Mühe gegeben, sogar der Teppich war gebrandet. Schließlich war es endlich soweit und wir konnten in den Theaterraum. Die Bühne kam mir so klein vor! Verglichen mit den vielen Musicalbühnen, die ich schon gesehen hatte, kam sie mir winzig vor. Doch wir hatten gute Plätze und waren sehr gespannt, was die Darsteller abliefern würden.
Wir wurden nicht enttäuscht. Ich möchte klarstellen: Es war mit Abstand das Beste, was ich jemals gesehen habe. Ich vergaß, dass auf der Bühne nicht wirklich gezaubert wurde. Ich vergaß, dass das alles eine Illusion war. Wenn ihr mich fragt: Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass dort echte Magie war. Dennoch waren die ersten zehn Minuten richtig erschreckend für mich. Ich befürchtete, dass ich richtig viel Geld in den Sand gesetzt hatte. Eine Szene jagte die andere, es war so viel auf einmal los. Doch meine Sorge wurde nicht bestätigt. Im Gegenteil, diese schnellen und kurzen Szenen waren wichtig für die Einführung in die Geschichte und hätten unter gar keinen Umständen mehr Raum einnehmen dürfen.
Nach beiden Akten gingen meine Schwägerin und ich geflasht aus dem Saal. Die Darsteller verdienen an dieser Stelle mein größtes Lob. Ich habe richtig gemerkt, wie sehr sie ihre Rollen leben. Die Figuren, die wir aus den Filmen kannten, wurden teilweise perfekt (!!!) imitiert und ich hätte mir hier keine Änderung wünschen können. Eine exzellente Leistung, die das Stück perfekt abgerundet haben. Besonders gut gefallen haben mir Scorpius und Delphini. Doch auch die anderen Darsteller haben ganze Arbeit geleistet und dem Stück Authentizität verliehen. Außerdem möchte ich hervorheben, dass nicht nur das Bühnenbild mitsamt der Requisiten ein wahres Kunstwerk waren, sondern auch die visuellen Effekte und Illusionen waren der absolute Wahnsinn. Für mich war es ein rundum zauberhaftes Spektakel, das jeden Cent wert war.


Einen Kritikpunkt gibt es allerdings: Vor dem Theater gibt es einen Gastronomiebereich, der wirklich gesalzene Preise hat. Wir haben uns dort bei der Fish & Chips Schlange angestellt. Auf meine Nachfrage, ob ich die Pommes ohne den Seelachs bekommen könnte und was das dann kosten würde, wurde mir entgegnet, dass sich der Preis nicht ändern würde. Somit habe ich für eine Portion Pommes mit einem Klecks Remoulade 10€ bezahlt. Das finde ich unverschämt. Für Vegetarier gab es als einzige Alternative ein Stück Pizza für ebenfalls um die 10€. Daran darf das Gastroteam vor dem Theater also gerne noch arbeiten!


Ein weiteres kleines Highlight des Abends kam überraschend: Ich habe Conny getroffen, die aktuell im Vorraum des Theaters an der Bar arbeitet. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn ich hatte vorab vergessen ihr Bescheid zu geben. Wir haben uns etwas unterhalten und abgemacht, dass wir uns möglichst bald mal gegenseitig besuchen wollen. Wer sich jetzt grade fragt, wer Conny eigentlich ist: Conny und ich sind, gemeinsam mit Nicole und Nadine, Teil des Serienpodcasts BingeHype.


Am Sonntag sind wir mit einem Bad im Spabereich des Hotels gestartet und haben danach noch ein wenig Hamburg erkundet. Wir waren noch kurz in der Nähe der Elbphilharmonie etwas essen und haben diese dann auch noch besichtigt. Dass man die Aussichtsplattform kostenlos besichtigen kann, hat uns übrigens Conny erzählt. Es war ein wenig windig an dem Sonntag, aber das war überhaupt nicht schlimm - Kapuzen auf und los gehts. Wir sind dann noch ein wenig durch die Hafencity gebummelt und dann irgendwann in Richtung Bahnhof. Und so schnell war unser Abenteuer Hamburg auch wieder beendet. Ein tolles Wochenende, das alle Erwartungen übertroffen hat und uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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