Sonntag, 12. November 2017

[Rezension] Bis ans Ende der Geschichte

Eine Geschichte, die berührt und zum Nachdenken anregt


Seitenanzahl: 576
Verlag: Penguin Verlag
Preis: 10,00 €
Genre: Roman
Einband: Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 22. August 2016
Wertung: ♥♥♥♥♥
Reihe: Nein
Cover bereitgestellt vom Bloggerportal.
*Rezensionsexemplar*





Klappentext
Sage Singer ist eine junge, leidenschaftliche Bäckerin. Als sie den allseits beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennenlernt, entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem Dilemma. Denn wo verläuft die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

Das Cover
Ich liebe die Cover vom Penguin Verlag. Sie sind irgendwie immer etwas ganz besonderes. Auch hier trifft das Coverdesign voll und ganz meinen Geschmack. Ich mag den einfach gehaltenen Stil in Blau und Weiß. Das Cover strahlt eine gewisse Ruhe aus, verrät aber nichts über den Inhalt. Ob ich mir das Buch allein aufgrund des Covers und des Klappentextes gekauft hätte, kann ich leider nicht eindeutig sagen. Aber der Stil gefällt mir wie gesagt sehr gut.

Meine Meinung
Der Klappentext macht zwar interessiert, dennoch verbirgt er das große und dunkle Geheimnis rund um Josef Weber. Sicherlich, das Geheimnis muss der Leser doch selbst herauslesen und miterleben. Hätte allerdings auf dem Klappentext das Wort Holocaust oder Nationalsozialismus gestanden, so wäre ich ihm sofort verfallen. Ich interessiere mich sehr stark für diese Zeit und alle Konsequenzen.
Doch das Buch riss mich von der ersten Seite an mit sich. Ich bin in die Geschichte eingetaucht und konnte ihr nicht mehr entkommen. Zugegeben, das ein odere andere Mal steckte mir ein Kloß im Hals. Doch die Bücher, die sich mit solchen Themen beschäftigen sind nie locker, leicht und einfach zu lesen. Zu sehr steht im Vordergrund, dass dies keine reine Fiktion ist, sondern das echte Leben, wenn auch vergangen.
Wer sich auf dieses Buch einlässt, der muss sich auf schwere Schicksalsschläge und starke Emotionen gefasst machen. Dies hat die Autorin hervorragend umgesetzt und mir fiel es wirklich schwer das Buch aus der Hand zu legen. Im Gegenteil, ich raste von Seite zu Seite, von Kapitel zu Kapitel. Und dann war es vorbei. Das Buch hinterließ ein unwohles Gefühl in meinem Bauch und schwebte noch tagelang in meinen Gedanken.
Jodi Picoult hat hier gekonnt ein Thema aufgegriffen, das immer noch sehr viele Menschen beschäftigt. Die letzten Zeitzeugen können noch davon berichten. Doch meine Generation, die sich meiner Meinung nach nichts als schuldig ansehen sollte, muss sich dennoch mit dem Thema beschäftigen. Es ist unsere Geschichte und unsere Vergangenheit.
Der Schmerz, die Verzweiflung und die Trauer, die in diesem Buch vor allem von Josefs Seite bemerkbar werden fühlen sich auch für mich als Leser sehr echt an.
Durch den angenehmen Schreibstil flutscht man praktisch nur so durch die Geschichte. Doch das ernste Thema nimmt einem die Geschwindigkeit und regt zum Nachdenken an. Ich finde, dass die Autorin sehr sensibel an das Thema Holocaust herangegangen ist und somit ein Werk geschaffen hat, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Sie zeigt mit ihrem Buch nicht nur die Sicht der Opfer, sondern auch die der Nazis und wie in diesem Fall Josef damit leben muss. Dass ihm das sehr zu schaffen macht, und er nicht mehr bereit ist damit zu leben, ist alles andere als weit hergeholt.
Für mich ist dieses Buch ein Meisterwerk, das sensibel an das grauenhafte Thema herangeht und viele verschiedene Sichtweisen integriert. Dieses Buch ist keine leichte Lektüre - im Gegenteil. Dennoch halte ich es für ein gelungenes Buch, das mich als nachdenkliche Leserin zurückgelassen hat.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen