Sonntag, 2. Oktober 2016

[Rezension] Scherbenkind - Britt Reißmann

Schwäbischer Fessel-Krimi.



Seitenanzahl: 448
Verlag: DIANA
Preis: 9,99 €
Genre: Kriminalroman
Einband: Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 8. August 2016
Wertung: ♥♥♥♥♥
Reihe: Verena Sander-Reihe
*Rezensionsexemplar*






Im Rahmen der Blogtour zu Scherbenkind habe ich mir ja bereits die Ermittlerin und Hauptperson Hauptkommissarin Verena Sander zur Brust genommen. Ich nämlich ein Interview im Namen von Stuggis Krimipost mit unserer spannenden Ermittlerin geführt. Welche Fragen sie mir beantwortet hat, das könnt ihr im Post nachlesen.
Heute möchte ich mich allerdings dem Buch selbst widmen und euch versuchen meine Eindrücke näher zu bringen.


Klappentext
Stuttgart: Der anonyme Anruf eines Kindes geht beim Polizeipräsidium ein. So kommt Hauptkommissarin Verena Sander auf die Spur einer jungen Frau, durch die sie den Toten aus einem ungelösten Mordfall identifizieren kann. Doch das Verhalten dieser Frau kommt Verena merkwürdig vor. Und das Kind, von dem der Anruf kam, scheint wie vom Erdboden verschluckt. Dann gibt es eine neue Leiche, die Fälle scheinen zusammenzuhängen. Verena muss unbedingt das Kind finden. Und kommt einer an die Grenzen menschlicher Vorstellungskraft stoßenden Tragödie auf die Spur.

Das Cover
Das Cover finde ich sehr passend. Es schafft gleich eine düstere Atmosphäre und stimmt den Leser auf das tiefgehende Thema ein. Allerdings muss ich anmerken, dass der Einband relativ glatt ist. Das ist eigentlich kein Kritikpunkt für mich, aber dieses Mal finde ich das Buch doch schon sehr rutschig. Aber gut, das ist sicherlich Geschmackssache. Alles in allem ein Cover, das vielleicht auffällt, mich aber nicht direkt zum Kauf motiviert hätte.

Meine Meinung
Verena Sander kenne ich noch von Britts erstem Roman: Blutopfer. Allerdings ist es schon eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich den ersten Krimiroman gelesen habe. Daher war mir Verena zwar vertraut, aber ich habe sie irgendwie doch noch einmal auf eine neue Art und Weise kennen und lieben gelernt. Für mich ist Verena einfach der Charakter. Sie hat so viele Stärken, aber auch ihre Schwächen - und das macht sie menschlich und real. Ich habe mit ihr mitgefiebert und gegrübelt, ermittelt und gehofft, den Täter alsbald zu entlarven. Verena geht in ihrem Beruf auf, sie versteht etwas von dem, was sie tut. Das merkt man und es macht sie nur noch sympathischer. Eine kleine Anmerkung am Rande: Man merkt einfach, wie viel Details Britt in ihren Krimi packt. Sie weiß, wie der Hase läuft, wie die Kriminellen ticken und was ein echter Fall ist. Ihr Beruf und ihr Hobby hat sie wunderbar verbunden und das macht ihren Krimi einfach nur noch realer und zieht den Leser in den Lesestrudel.
Der Einstieg in den Krimi verläuft problemlos. Britt macht es einem leicht und schon bald ist man gefangen zwischen Seiten und Spannung. Hinter jeder Seite und jedem Kapitel verbirgt sich ein Geheimnis, eine Spur. Die Seiten werden wie im Flug umgeblättert, ich habe mich wie in einem Sog gefühlt. Ihr merkt, ich bin begeistert. Ich liebe Bücher, die mich einfach in ihren Bann ziehen. Wenn man dann nach Stunden auf die Uhr schaut und sich über die Uhrzeit erschreckt - dann ist das Buch absolut spannend.
Britt macht es einem aber auch leicht. Die Szenen sind lebhaft beschrieben und man kann sich gut in die Orte und Personen hineinversetzen. Der Schreibstil ist super flüssig und angenehm. Außerdem überzeugt unsere Krimi-Autorin durch spannende und unvorhergesehene Wendungen, die mich das ein oder andere Mal schier aus meinem Lesesessel gehauen haben.
Die Protagonisten können - genau wie Verena - durch Echtheit überzeugen. Sie wirken real, haben Ecken und Kanten. Besonders den Staatsanwalt Triberg kann ich mir immer wieder vor Augen rufen. Ein echt nerviger Kerl, der mich trotz allem immer wieder zum Schmunzeln oder Lachen gebracht hat. Durch seine komischen Sprüche lockert er die ein oder andere Situation immer wieder auf.
Das Buch greift eine ernste Thematik auf: Multiple Persönlichkeiten, weitere psychische Krankheiten und Kindesmisshandlung sind nur drei der sehr spezifischen Themen. Britt hat ihr Wissen und ihre Fachkenntnis wunderbar durch Recherche und Können ergänzt. Ein Krimi, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.
Von mir gibt es eine absolute Krimi-Leseempfehlung!

Lieblingscharakter
Wie schon erwähnt mag ich Verena Sander, die Hauptprotagonistin am Liebsten. Sie überzeugt durch Grips und Verstand. In meiner Vorstellung hatte ich dabei immer ein Bild von Britt, die sich durch Stuttgart schlich und sich mit Triberg herumärgern musste.


Triberg: Wie sagt man so schön: Alle Füße laufen ins Meer! [...]
Sander: Es heißt, alle Flüsse laufen ins Meer. [...]
Triberg: Das ist mir scheißegal.
Gespräch zwischen Hauptkommissarin Sander und Staatsanwalt Triberg.

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