Donnerstag, 20. Oktober 2016

[Gastbeitrag] Auf dem Weg zum Glück

Glücklich ist nicht,
wer anderen so vorkommt,
sondern wer sich selbst dafür hält.
Lucius Annaeus Seneca


Guten Morgen ihr Lieben,
es ist mal wieder Zeit für einen Gastbeitrag. Dieses Mal lasse ich meine Schwester erneut zu Wort kommen. Erneut? Ja, sie hat bereits schon einmal für mich geschrieben. Für euch hat sie ihre Down Under-Tips zusammengefasst. Sie ist jetzt fast ein Jahr in Australien und wollte eigentlich zu einem ganz anderen Thema schreiben. Doch lest selbst, was sie geschrieben hat...


Wie oft habe ich in Buchläden nach Büchern über das Glücklichsein gesucht? Wie viele Stunden habe ich damit verbracht, zu überlegen wie ich meine Persönlichkeit verdrehen muss, damit andere mit mir klar kommen? Wahre Freunde zu finden, nur damit ich endlich glücklich sein kann? Wie viele Abende saß ich unglücklich und einsam zu Hause und wartete auf eine Eingebung, die alles ändern sollte?

Im Alter von drei Jahren bekam ich eine Brille. Was könnte ein besserer Anlass für die Gemeinheit anderer Kinder sein? Damit fing alles an. Durch meine Grundschulzeit hatte ich keine Freunde. Das perfekte Mobbing Opfer.

Weiterführende Schule. Ich weiß noch genau, wie ich in der 7. Klasse eine Liste geschrieben habe, wie ich meine Persönlichkeit verändern muss, damit andere mich mögen. Mehr lachen, bessere Witze machen, schlagfertiger sein. Ich hatte keine Freunde. Nur eine Person, die bei mir blieb. Und diese tauschte mich später ein, gegen ein Mädchen, das mir damals als eine bessere Person vorkam. Ein Schulwechsel und ein weiterer Versuch anerkannt zu werden.


Nach der Realschule wurde ich Erzieherin. Mir fiel auf, wie viele Macken ich hatte, die es Leuten schwer machen musste mich zu mögen. Unbedachte Worte oder dumme Kommentare waren nur kleine Dinge dabei. Mit 17 Jahren war ich ziemlich unglücklich mit allem. Sobald ich einen Partner hatte, verbrachte ich nur noch Zeit mit ihm oder schwang mich kopfüber in Hobbys. Ich kannte viele Leute. Kaum einer davon war jedoch ein Freund. Mein Glück schien davon abzuhängen, ob ich Freunde hatte, oder nicht. Ob ich einen Partner habe, oder nicht.

Vor über zwei Jahren lernte ich meinen jetzigen Partner kennen. In diesen zwei Jahren hat sich sehr viel getan. Ich schloss meine Ausbildung zur Erzieherin ab, zog von Zuhause aus und entschied mich vor einem Jahr nach Australien zu gehen.

Ich habe angefangen Sport zu machen, was meinem Selbstwertgefühl endlich einen enormen Tritt in den Arsch gab. Ich habe aufgehört niemandem mehr, als mir selbst gefallen zu wollen. Ich versuche aus jedem Tag das Beste zu machen. Jeden Tag neu mit einem Lächeln zu beginnen. Ich stand nie auf Mode und trotzdem trage ich nur noch, was ich als gemütlich empfinde (Das kann auch ein schickes Kleid sein). Ich zieh mein eigenes Ding durch. Selbst wenn ich anecke – ich lasse mich nicht mehr in alles hineindrücken. Ich gebe nach, wenn es mir als angemessen erscheint. Versuche nicht mehr alles so ernst zu nehmen. Und ich versuche, ich selbst zu sein.


Glücklich bin ich immer noch nicht jeden Tag – und das muss ich auch wirklich nicht sein. Meine Liste aus der siebten Klasse scheint mir jetzt ein Witz zu sein. Denn wenn du eine Person bist, mit der du selbst gerne Zeit verbringen würdest, kommt alles andere von alleine.

Dennoch gibt es noch ein paar Dinge, mit denen ich mich selbst quäle. Dazu gehört auch die Rückkehr nach Deutschland! Aber ich plane mein Bestes zu geben und nicht in alte Muster zurück zu fallen. Denn ich bin die Person, die mir am Wichtigsten sein sollte.

Ich bin nicht länger auf dem Weg zum Glück – ich bin auf dem Glücksweg.

1 Kommentar:

  1. Gute Fotos mit Tauchen. Es ist schade, dass das Foto nicht die Schönheit der Unterwasserwelt hat. Ich war vor kurzem am Nordpol. Es war eine sehr coole Reise. Meine Familie und ich fühle mich sicher auf diesem Schiff https://poseidonexpeditions.com/de/ships/sea-spirit/. Wir haben in kalten Gewässern getaucht, ist ein unvergessliches Erlebnis, rate ich Ihnen zu versuchen.

    AntwortenLöschen