Samstag, 27. August 2016

[Sonstiges] Bloggerinterview

Alicja alias Fräulein Bird

Background Infos


Name: Alicja
Blog: Fräulein Bird
Hier findest du: Lifestyle, Beauty und eine wöchentliche Kolumne


Guten Morgen ihr Lieben,
ich habe ein Bloggerinterview mit der coolen Lisch ergattert. Lisch und ich kennen uns schon sehr lange durch das Internet. Wir haben uns damals über eine Plattform kennengelernt, die regional einfach der Burner war. Damals konnte man auch eine Art Blog führen. Schon damals liebte ich ihre Art und diesen Blog.
Eigentlich sollte dieses Interview hier life geführt werden. Doch irgendwie war ich zu verplant und hatte mich nicht vorbereitet. Beim Eis essen quatschten wir uns die Seele aus dem Leib. Wir belaberten so viele Themen: Männer, Tattoos, Harry Potter und sooo vieles mehr. Ich hatte einen wirklich sehr schönen Nachmittag mit ihr und war ein wenig bezaubert von ihr. Lisch half mir damals, als ich diesen Blog startete, mit CCS und HTML (WTF ist das!?). Meine Rettung praktisch. Das Girl ist echt der Hammer und ihr Blog ist genau wie sie: Einzigartig. Dieser Klick ist definitiv nicht verschwendet, das könnt ihr mir aber glauben.
Immer freitags erscheint auf Fräulein Bird ein Beitrag zu ihrer Kolumne. Doch mehr muss euch das liebe Fräulein selbst erzählen.

The Interview

Hallöchen Lisch, stell dich doch bitte einmal in ein paar Sätzen vor.
Hi :) Mein Name ist Alicja, ich bin 24 und komme aus der Nähe von Stuttgart. Ich bin gleichzeitig das, was man von einer typischen Frau erwartet und doch gleichzeitig das genaue Gegenteil. Ich liebe Glitzer und Fluche ohne Ende. Ich trage pink und höre am liebsten den abgefucktesten Deutschrap. Und genau dieses Lebensgefühl versuche ich auch auf meinem Blog weiter zu geben.

Wie lange gibt es deinen Blog schon? Was macht ihn aus, was bedeutet er dir?
Meinen Blog gibt es nun seit Juli 2013, auch wenn meine Blog-Anfänge schon viel viel früher statt gefunden haben. Im zarten Alter von 13/14 Jahren habe ich in der Kwick-Community bereits einen Blog geführt, als noch niemand so genau wusste, was das eigentlich sein soll. Dort war ich irgendwann sehr erfolgreich und das ganze wurde irgendwie auch echt groß – so kam die Überlegung, einen eigenen „echten“ Blog zu eröffnen. Leider war zu dem Zeitpunkt die Bloggerszene so langsam am Aufblühen – „leider“, da man ab dem Moment nur noch einer von vielen wurde.

Zu Beginn drehte sich dann hier (also auf dem „echten“ Blog) fast alles nur um Kosmetik. Kosmetik war nie eine Lüge in meinem Interessenbereich, aber ich habe mich sehr lange blogtechnisch darauf reduziert, da man „das halt so macht“. Misch-Masch-Blogs werden offenbar nicht gerne gelesen; zumindest nicht, wenn sie neu sind und sich erstmal etablieren müssen. Mittlerweile ist die Kosmetik sehr sehr in den Hintergrund getreten, in erster Linie auch, weil ich in dem Bereich einfach wahnsinnig übersättigt bin.

Mein Blog spiegelt in erster Linie mich selbst – meine verquere Art, die man nicht auf eine Komponente herunter brechen kann. Er ist vor allem echt – selbstverständlich wähle ich gezielt Themen und Bilder aus, mit denen ich auch okay bin. Und eine gewisse Selbstinszenierung ist immer dabei, da braucht man sich nichts vormachen. Aber egal auf welchem Kanal man bei mir schaut, so bin das wirklich ich. Nicht mehr und vor allem nicht weniger. Ich stehe zu allen meinen Ecken und Kanten. Und so ist und bleibt mein Blog mein Ventil; mein Ventil für Emotionen und meine kreative Ader.

Du hast deinen Blognamen geändert. In deinem Blog hast du diese Umstellung damit erklärt, dass der Name viel besser zu dir und dem Blog passt. Wie fühlst du dich inzwischen mit deinem neuen Namen?
Ich liebe meinen Namen und ja, das bin einfach ich. Als dieser Blog im Juli 2013 gegründet wurde, war ich damals mit einer Co-Bloggerin unterwegs, Vanna, die mittlerweile einfach meine best Bitch ist. Blogtechnisch hat es zwar nicht funktioniert, Vanna ging, aber was blieb war der Name – „The seriousness of red lipstick“. Konnte sich kein Mensch merken, kein Mensch aussprechen und ja, wie gesagt, ich bestehe eben nicht nur aus Lipstick und dieses Reduzierte auf Kosmetik hat mich nur noch genervt. Mit „Fräulein Bird“ war ich schon sehr lange am Liebäugeln. Im privaten Bereich hieß ich ja sowieso schon überall so, sei das nun bei WhatsApp oder andersweitig. Mein liebster Musiker Maeckes hat mit seinem Lied „Fräulein Bird“ einfach ein Pseudonym erschaffen, mit dem ich mich zu hundert Prozent identifizieren kann. Und alles mit einem „Fräulein“ davor klingt doch einfach nur fancy.

Gibt es etwas, dass dich in der Bloggerwelt fürchterlich aufregt? Wenn ja, was ist es?
Sehr vieles, weshalb ich auch teilweise etwas froh bin, mich insbesondere aus der Kosmetik-Ecke etwas distanziert zu haben. Es gibt wahnsinnig viel Missgunst. Man steht ständig unter Druck, mit allen mithalten zu können. Stellt man Bilder einer Limited Edition nicht gleich am nächsten Tag online, dann kann man es eigentlich gleich sein lassen. Es ist alles so kurzlebig und hektisch und die wenigsten nehmen sich eigentlich Zeit, um wirklich zu lesen. Zudem habe ich das Pech gehabt, dass ich bei meinem ersten Bloggerevent auf ein paar Mädels getroffen bin, die, nunja, lieber in den Grüppchen mit ihren bekannten großen Bloggern und YouTubern blieben und die kleinen, wie mich, nicht einmal mit dem Hintern angeschaut haben. Und da sage ich dann auch: danke, aber nein danke.

Gibt es bestimmte Ziele, die du mit deinem Blog in Zukunft anstrebst?
Ach weißt du, ich dachte lange, ich will unbedingt zu vielen Events und viele Leser haben und fame und bitches und money. Doch mittlerweile will ich eher einen guten, festen Kreis an Menschen, die genauso enthusiastisch für das brennen wie ich. Die mit mir fühlen und mit mir denken. Ich will Spaß haben und weiterhin ICH sein können. Wenn ich dadurch zu Events eingeladen werde, gerne, kein Problem, ultra nice. Aber wenn nicht – dann eben nicht. Eine gewisse Anerkennung muss einfach da sein, da kann sonst jeder was anderes sagen. Wer absolut keine will, sollte sich ja auch nicht der Welt mitteilen, sondern seinem Tagebuch, ganz oldschool. Man erwartet Interaktionen, Rückmeldungen einen regen Austausch mit den Mitlesern – und das ist alles, was ich mit definitiv wünsche. Alles andere kann, aber muss nicht.

Zusammen mit einer Blogger-Kollegin schreibst du eine wöchentliche Kolumne. Geiles Ding! Wolltest du schon immer mal sowas machen?
Ja! Ja ja ja! Du kennst ja sicherlich noch meine Anfänge auf Kwick – da bestand mein Blog ja nur aus persönlichen Themen, Geschichten aus dem Leben und meinen ganz eigenen Ansichten. Das war mein Ich, in seienr rohsten Form. Die Liebe zum geschriebenen Wort und die Liebe zum „ich drücke mal jedem meine Meinung auf“. Ja, mit Klappe halten habe ich es einfach nicht so. Ich rede gerne über alles und das dann auch ganz schön viel. Das gleiche gilt für die schriftliche Form und so war mir klar, dass ich das dringend wieder auf meinem Blog brauche. Keine Nageldesigns, die sowieso nach nichts aussehen, keine Backanleitungen, die eh jeder Mensch kennt, und keine Hauls, bei denen ich immer noch nicht verstehen kann, wieso diese immer so krank geklickt werden. Nein – nur mein Herz und meine Seele verpackt im Rahmen einer Kolumne. Und da es noch viel interessanter ist, bestimmte Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, stand für mich von Anfang an fest, dass ich das Projekt nicht alleine angehen möchte.

Außerdem schreibst du über deine Tinder-Erfahrungen. Fass doch einmal kurz zusammen, was du bisher aus deinen Tinderella-Storys mitnehmen konntest.
Es ist gar nicht so einfach, das in wenige Worte zusammen zu fassen. Ich habe ein paar sehr interessante Männer kennen gelernt. Das Wort „interessant“ ist jedoch wirklich breit gefächert – mir sind die absurdesten Geschichten passiert und manche von ihnen sind immer noch am Laufen. Dennoch möchte ich Tinder momentan nicht missen. Denn für die Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe, bin ich sehr dankbar.
Ich habe gelernt, dass ich eigentlich eine echt coole Socke bin, die sehr viele Männer anspricht – unabhängig ob nun vom Aussehen oder vom Charakter her. Besonders einer der Männer hat mich bereits sehr vieles gelehrt über mich und ist eigentlich ein recht guter Freund geworden.
Aber ganz unabhängig ab nun auf Tinder oder „im realen Leben“ – hinter den ganzen Profilen stecken ja genauso echte Menschen, die im echten Leben genau so sind, aber manche Seiten von sich einfach nicht zeigen. Es gibt wirklich absurde Charaktere auf dieser Welt.

Auf deiner Bucketlist nimmt Guido M. Kretschmar gleich zwei Punkte ein. Bist du auch ein Shopping Queen Opfer?
Und wie! Seit vielen Monaten habe ich zwar keine Zeit mehr dafür, mir die Sendung regulär im Fernsehen anzuschauen (um 15 Uhr arbeiten die meisten Menschen ja… und auch Samstags während des SQ-Marathons habe ich nicht genügend Zeit, um mich da vor den TV zu setzen), aber manchmal gönne ich mir dann eine Folge abends aus der Online-Videothek. Ein wenig Trash-TV ist es ja schon, aber die schöne Art von Trash TV. Und ja, ich liebe Guido einfach.

Außerdem würdest du gerne mal bei SQ mitmachen. Hast du dich schon mal beworben? Wer ist deine optimale Shoppingbegleitung?
Noch habe ich mich nicht beworben, weil ich weiß, dass so, wie ich momentan lebe, niemanden und vor allem kein TV-Team in mein Reich lassen möchte. Da muss dann schon die Wohnung mit Ankleidezimmer her, so doof das auch klingt. Aber definitiv möchte ich mich noch bewerben und hoffe, dass es das Format auch noch so lange gibt.
Meine perfekte Shoppingbegleitung habe ich ebenso schon längst auserkoren – das wäre bei mir meine Freundin Karin. Bei Karin schätze ich sehr, dass sie immer sehr ehrlich ist und vor allem viel Geduld mit mir hat. Sie sagt nicht zu allem „Wow, du siehst ja eh immer toll aus!“, denn das bringt einfach niemanden weiter. Sie bringt mich immer wieder ein wenig auf den Boden, denn ich weiß, dass ich bei Aufregung sehr schnell sehr unorganisiert werden kann und das Ziel aus den Augen verliere.
Und trotz der ganzen Aufregung und Spannung weiß ich, dass ich gleichzeitig viel Spaß mit mir hätte – was Besseres kann man sich doch nicht wünschen :)

Dein Blog ist ein bunter Mix und du schreibst über so viele Dinge. Gibt es Themen, die für dich absolut tabu sind?
Jein. Ich habe bisher auch schon über sehr private Dinge geschrieben, was vielleicht nicht jeder machen würde. Über mich persönlich würde ich wohl wirklich fast alles schreiben – eingegrenzt wird das viel eher durch die Privatsphäre meiner Mitmenschen. Die meisten Stories betreffen ja nicht nur mich, sondern eben auch viele andere Menschen, bei denen ich nicht entscheiden kann oder darf, was von ihnen in der Öffentlichkeit landen soll und was nicht. Das sind dann für mich Tabus, die ich manchmal etwas ankratze, aber mehr dann auch nicht, weil sich das einfach nicht gehört.

Wenn du jetzt einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?
Ganz ganz viel Geld. Klingt doof, ich weiß. Aber von dem Geld würde ich mir jetzt noch mehr Tattoos, Konzerte und Reisen gönnen. Das sind momentan so Dinge, die ich in meinem Leben brauche. Ich will etwas erleben und machen und tun und ach, dafür braucht man leider meistens recht viel Geld

Drei Gegenstände, ohne die du es nie auf einer einsamen Insel aushalten würdest?
Smartphone mit unendlichem Datenvolumen (weil Musik, weil Menschen, weil addicted to the Internet), Zigaretten mit Feuerzeug (oder auch ohne, weil Feuer machen können echte Inselbewohner ja) und Süßkartoffelpommes. Ich liebe Süßkartoffelpommes.

Welche Person würdest du gerne einmal persönlich kennen lernen?
Puh, da gibt es nicht nur eine. Es gibt sehr viele Musiker, denen ich gerne mal Hallo und noch so viel mehr sagen wollen würde. Einige davon habe ich sogar mal „persönlich kennen gelernt“, aber mehr als ein paar wenige Worte waren das auch nicht. Maeckes und die ganze Orsons Crew, GZUZ, Mac Miller, die OK Kid Boys, The Weeknd… einfach alle kreativen, abgfuckten Köpfe, auf die ich so stehe.

Das gleiche gilt für die Schauspieler (Aaron Paul, Johnny Depp…), die ich feier – ich denke manchmal, dass ich mich mit all diesen Menschen einfach gut verstehen muss, wenn wir doch für genau das gleiche brennen und feiern und lieben. Und Ben Dahlhaus – schon mal etwas von ihm gehört? Da würde es mir schon reichen, ihn nur kurz zu sehen. So ein wunderschöner Mann!

Jetzt hast du noch die Möglichkeit all das loszuwerden, was dir noch auf der Seele liegt.
Das ist aber eine gewagte Aussage! Denn mir liegt immer so wahnsinnig viel auf der Seele. Heute steht z.B. noch ein sehr bedrückendes Treffen für mich an und eigentlich würde ich am liebsten gar nicht nach Hause gehen, weil ich mich lieber davor drücken würde. Aber was soll man machen – auch die unangenehmen Seiten des Lebens müssen irgendwann bewältigt werden, damit wieder mehr Raum für das Schöne bleibt. Klingt das nach einem schönen Abschlusssatz? Ich finde schon.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!

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