Dienstag, 12. Juli 2016

[Im Kopf eines Bücherwurms] 10 Dinge, die jeder Bücherwurm kennt

Bücherwurm:
Jemand, der viel liest und Bücher liebt. (Definition)

Ich liebe Bücher. Wow, was für eine wahnsinnige Neuigkeit...
Aber wir Bücherwürmer, Leseratten und Bibliophilen haben es nicht leicht im Leben. Im Gegenteil: uns quälen so viele Probleme und Fragen. Auf diese möchte ich näher eingehen und euch so die Welt der Bücher mal wieder ein wenig näher bringen. Für diejenigen unter euch, die auch gerne lesen: Wenn ihr euch in einem oder mehreren (was sehr wahrscheinlich ist) Punkten wieder findet, dann schreibt es mir mal in die Kommentare. Außerdem bin ich für eventuelle Lösungsvorschläge sehr offen. Ich teile sie auch gerne mit meinen Mitleidenden.
Dieser Artikel sollte mit einem dicken Augenzwinkern gelesen werden ;)


Bücher sind der beste Vorrat,
den ich auf unserer Lebensreise zu finden weiß.
Michel Eyquem de Montaigne


1. Zu viele Bücher, zu wenig Zeit.
Das ist eines meiner Hauptprobleme. Ich habe so viele Bücher auf meinem SuB liegen. Am liebsten würde ich meinen Job kündigen, von Luft und Liebe leben und mich nur noch in tausend verschiedene Welten verkriechen. Der Alltag raubt einem so viel Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Wie zum Beispiel lesen. Ich wünsche mir mehr Zeit für die lesende Bevölkerung!

2. Wohin mit all den Schätzen?
Hm. Ich habe in meinem Schlafzimmer fünf wunderschöne Billy-Regale. Sie sind schon sehr gut gefüllt. Sicherlich würde sich da noch das ein oder andere Plätzchen finden. Doch ich habe meine Regale nach Genres sortiert. Ein Durcheinanderbringen kommt also gar nicht in Frage. Was nun? Ich sehe noch genau zwei Lösungen für dieses Problem. Zum einen gibt es da Regalböden, die ich einsetzen kann. Zum anderen hat Ikea - Gott sei Dank - Aufsätze für die Billys erfunden. Ich kann also noch anbauen. Mit viel Glück und ein wenig Gequetsche könnte ich auch noch ein sechstes Regal unterbringen. Und dann? Nun, dann müssen wir umziehen!

3. Was soll ich nur lesen?
Wer kennt das nicht? Der SuB wächst in unglaubliche Höhen und dennoch steht man dann nach der Beendigung des aktuellen Buches da und packt sich an den Kopf, da man nicht weiß, was man als nächstes lesen soll. Warum müssen wir solch schwierige Entscheidungen treffen???

4. Nur noch ein Kapitel!
Ha! Wers glaubt wird seelig. Ist das Kapitel super spannend, eine große Überraschung tritt ein, oder unser Lieblingsprotagonist stirbt plötzlich und unvermittelt, dann kann man das Buch unmöglich aus den Händen legen. Das ist einfach nicht machbar. Ein Ding der Unmöglichkeit. So einfach ist das. Nur noch ein Kapitel stimmt also wahrscheinlich nie.

5. Du hast doch noch so viele Bücher. Lies doch erstmal die.
Zuersteinmal: Wer so etwas sagt, der versteht uns einfach nicht. Man kann nie genug Bücher haben. Die sind genauso Rudeltiere wie Schuhe. Die brauchen ihre Brüder und Schwestern. Sonst sind sie einsam. Und sie warten nur darauf von uns gelesen zu werden. Aber wann wir sie lesen, das lasst mal schön unsere Sorge sein. Denn schließlich können wir uns sowieso nicht entscheiden. Und wie könnten wir einem obdachlosen Buch ein Zuhause verwehren?


6. Abibliophobie.
Die Angst vor dem Mangel an Lesestoff und Büchern. Dieser Punkt vereint ein bisschen Punkt 3 und Punkt 5. Man kauft sich immer wieder neue Bücher, obwohl man noch so viele ungelesene Bücher zu Hause liegen hat aus Angst etwas zu verpassen oder gar keinen Lesestoff mehr zu haben. Punkt 3 spiegelt sich hier in Form von Ratlosigkeit wieder.

7. Die Nächte sind viel zu lang und am nächsten Morgen bin ich sooo müde.
Da man ja, wie in Punkt 1 bereits beschrieben, den ganzen Tag über nicht zum Lesen kommt, muss die Nacht herhalten. Wir lesen und lesen, die Leselampe wird angeknipst, die Augen werden immer kleiner. Punkt 4 kommt zum Einsatz. Wir sind hundemüde - Doch: Nur noch ein Kapitel. Es ist zum Verrückt werden. Es scheint keinen anderen Ausweg zu geben, als den Job an den Nagel zu hängen...

8. Eselsohren, Wasser- und Kaffeeflecken.
Hier spaltet sich die Lesegemeinschaft. Die einen haben damit überhaupt kein Problem, für sie gehört es zum Lesealltag dazu. Für mich ist es ein Weltuntergang. Mein Mann verschüttet seinen Kaffe, die braune Suppe läuft über mein Buch. Scheidung! Da kenne ich kein Pardon. Auch die Vergewaltigung der Buchseiten wird nach Bücherwurm-Tami-Gesetz mit harten Strafen geahndet.

9. Wenn deine beste Freundin deinen Geschmack zu gut kennt.
Dummerweise kennt meine beste Freundin meinen Geschmack ausgezeichnet und so trudeln immer wieder furchtbar viele Leseempfehlungen ein. Die Wunschliste wird verlängert. Zeitverzögert wächst der SuB weiter. Es ist zum Verzweifeln. Ein Kreislauf - unaufhaltsam. Wir kommen also zurück zur Küdnigung?

10. Buchverfilmungen: Der Grund für häufige Wutausbrüche.
Sind wir mal ehrlich: Wie viele gute Buchverfilmungen gibt es? Es fehlt die Hälfte des essentiellen Inhalts. Die Charaktere werden verändert, bekommen ein anderes Aussehen. Manche werden einfach in die Geschichte hinein-erfunden. Sie existieren eigentlich gar nicht wirklich! Das Ende des Buches wird verändert, da es nicht mainstreammäßig ist. Die Schauspieler entsprechen nicht meinen Erwartungen (Ich habe meinen eigenen Hardin. Laura hat ihren eigenen Hardin. Jeder hat seinen eigenen Hardin.) Die Figuren kommen plötzlich total dümmlich rüber, da die Schauspieler das nicht rüberbringen können, was zwischen den Zeilen steht. Ein Skandal jagt den nächsten. Das hält mein kleines Bibliophilherz gar nicht aus. Ich verzweifele. Der beste Film läuft nämlich nur im Kopf.

Ich hoffe ihr hattet beim Lesen genauso viel Spaß, wie ich beim Schreiben.
Habt ihr euch selbst wieder gefunden?
Was regt euch besonders auf?

Kommentare:

  1. Hi Tami,

    lol - da waren jetzt einige Punkte dabei - wie Eselsohren und ähnliches!! Geht für mich auch überhaupt nicht.

    Ganz liebe Grüße aus Tirol
    Marie

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    1. Liebe Marie,
      da gebe ich dir vollkommen Recht - Für mich ein absolutes No-Go :D
      Lg Tami ♥

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  2. Den Punkt 6 - Abibliophobie - kannte ich bis jetzt noch nicht. Aber ich lerne gerne dazu. Alle anderen Punkte sind mir hingegen sehr vertraut ;0)
    Liebe Grüße
    Katy

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  3. Wow, ein toller Beitrag! Ich habe mich in allen Punkten wiedererkannt. Und ganz witzig: Gestern erst hat sich mein Freund ein noch ungelesenes Taschenbuch von meinem SuB geschnappt. Ich habe ihm dann erstmal erklärt, wie er es zu lesen hat, ohne dass der Buchrücken beschädigt wird. Er hat mich ausgelacht! Diese Ignoranz! :D

    Liebe Grüße
    Jasmin

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  4. Bei allen Punkten hab ich geschmunzelt und genickt.
    Früher hab ich zu der Sorte Leser gehört, die keinen Knick, Riss oder Fleck am, auf oder im Buch ertragen konnte. Heute knicke ich Seiten mit besonderen Stellen selbst und bin auch sonst entspannter geworden :D Was das Ausleihen von Büchern angeht, bin ich aber immernoch etwas...seltsam :x

    Liebe Grüße

    wwww.existingliving.wordpress.com

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  5. Haha sehr schön geschrieben und ich kann so gut wie alles unterschreiben :D
    Ich war früher nie der Bücherwurm aber jetzt stapeln sich bei mir seit Jahren schon die Bücher und meine Leseprobenliste auf meinem kindle wächst und gedeiht :D

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  6. Hey Tami :D

    Sehr geniale Zusammenfassung!
    Meine liebste Stelle: "nach Bücherwurm-Tami-Gesetz mit harten Strafen geahndet" :D
    Teilweise stimme ich dir zu, teilweise dann auch wieder nicht, auch wenn das alles eher satirisch und humorvoll zu betrachten ist :P
    Also den Job an den Nagel hängen... Wovon willst du dir dann Bücher kaufen? :D
    Und ansonsten... Die Buchverfilmungen, oh Gosh ja! Ò.ó
    Okay, Hardin ist mir egal (ich mag die Reihe nicht :D), aber ich weiß, worauf du raus willst und es regt mich genauso auf, weil das beste Buch auf einmal eine so grottige Geschichte bekommt... Man siehe doch die Verfilmung von Eragon Q_Q Oder das Gemisch von Tintenherz Q__Q Buhu!

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