Sonntag, 19. Juni 2016

[Rezension] Kind 44 - Tom Rob Smith

Ganz nach meinem Geschmack. Historisch.



Seitenanzahl: 509
Verlag: Goldmann
Preis: 9,95 €
Genre: Thriller
Einband: Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 4. Januar 2010
Wertung: ♥♥♥♥♥
Reihe: Nein
*Rezensionsexemplar*






Ein Buch mit historischem Kontext, spannendem Tiefgang und einem großartigem Autor. Außerdem überzeugt das Cover und den Film will ich jetzt auch sehen. Ja ich WILL. Ich möchte nicht, ich will.

Die Story
Moskau 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr …

Meine Meinung
Ich lese gerne Bücher, die zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs spielen, die die französische Revolution aufgreifen, etc. Kurzum: Ich mag Bücher mit wahrem Hintergrund. Dieses Buch spielt zu Zeiten der Sowjetunion, des herrschenden Sozialismus' und zu Zeiten eines grausamen Serienmörders.
Kinder werden ermordet, verstümmelt und liegen gelassen. Die Regierung sorgt dafür, dass es nach einem Unfall aussieht, da sie kein Aufsehen um ihre Politik erregen wollen. Es wird ein Schuldiger gefunden und verurteilt. Doch nicht jeder läuft geradeaus, wie es gerne gesehen werden würde. Leo arbeitet für den Geheimdienst und stellt zu viele Fragen. Schließlich wird er in seinem Rang herabgestuft und versetzt. Nachdem Leo nun fast nichts mehr zu verlieren hat macht er sich auf die Suche nach dem Serienmörder, der die Kinder tötet. Doch dabei bringt er seine eigene Familie in Gefahr.
Ich kannte Smith zuvor nicht. Ich bin durch die Werbung zum Film irgendwann auf das Buch aufmerksam geworden. Schließlich landete es irgendwann bei mir zu Hause. Smith deckt in seinem Buch einmal wieder auf, zu welchen Taten Menschen fähig sein können. Er zeigt wunderbar auf, wie unterschiedlich die Wirklichkeit und der Sozialismus sind. Alle sind zufrieden. Alle sind gleich. Es gibt keine Kriminalität. Und in Wirklichkeit leidet die Bevölkerung Hunger. Es wird mit Armut und Hungersnöten gekämpft. Morde geschehen. Doch das ist natürlich alles nicht wahr...
Meiner Meinung nach fordert der Thriller seinem Leser einiges ab. Die Grausamkeit und Brutalität schlägt einem auf fast jeder Seite entgegen. Leo will man in dieser Welt und auf seinem Weg auf gar keinen Fall alleine lassen. Das Buch muss gelesen werden. Aus der Hand legen? Das ist keine Option.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Story gradlinig und nachvollziehbar. Ich muss sagen, dass ich durchweg begeistert bin.
Endlich mal wieder ein Thriller, der von Seite 1 bis 509 spannend ist. Blut, Gewalt, Mordlust und Realität verpackt in ein wunderschönes und doch rätselhaftes weißes Cover. Man muss sich immer vor Augen halten, dass auch ein Stückchen Wahrheit in der Geschichte steckt.


1 Kommentar:

  1. Eine sehr schöne Rezi! Da krieg ich gleich Lust auf einen Re-Read :)

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