Donnerstag, 11. Februar 2016

[Stories] Ich bin Vegetarier!

Tiere können nicht für sich selbst sprechen.
Und deshalb ist es so wichtig,
dass wir als Menschen unsere Stimme
für sie erheben und uns für sie einsetzen.
Gillian Anderson

*

Dürfen Vegetarier Schmetterlinge im Bauch haben?
Der 5. Dezember 2015 ist mein erster bewusster fleischfreier Tag gewesen. Wenn ich meinen Freunden und Verwandten erzähle, dass ich nun vegetarisch leben möchte, werde ich oft gefragt was denn der Auslöser gewesen sei. In der Tat gab es einen solchen bei mir. Ich lebe in Münster. Hier ist jeden Samstag ein wunderschöner Markt. An jenem 5.12. bin ich das erste Mal mit meiner Freundin Julia dort gewesen. Es war ein schöner Morgen, die Sonne schien und es war nicht zu kalt. Wir schlenderten durch die schmalen Gassen zwischen den Verkaufsständen und schnupperten hier und probierten dort. Ein Gemüsestand reihte sich an einen italienischen Feinkostwagen, dieser sich an einen Fischstand und so weiter. Kurz bevor wir den Markt wieder verlassen wollten blieb ich wie angewurzelt vor einem Metzgerwagen stehen.

*
Bitte keine Blutorangen, ich bin Vegetarier!
Und da hingen sie: Zwei Kaninchen und drei Enten. Nicht gehäutet. Durch die Pfoten und Hälse waren Fleischerhaken gestochen. An einem Holzgerüst hingen sie, so dass jeder sie sehen konnte. Das war mein Moment! Ich sah diese armen bemitleidenswerten Tiere und entschied: Für mich kein Fleisch mehr.. Hätten die Tiere, wie die anderen auch, einfach nur als Fleischstück in der Theke gelegen, wäre ich einfach an ihnen vorbeigegangen. Man stumpft ja ab, verdrängt. Aber sie hingen dort zur Schau gestellt, die Augen im Tode geöffnet. Ich hatte schon so oft zuvor darüber nachgedacht. Nun, ich hatte nie den "Mut" oder die Entschlossenheit das wirklich durchzuziehen.

*
Gibt es eigentlich eingefleischte Vegetarier?
Und was esse ich nun? Alles andere! Ich nehme keine tierische Gelatine mehr zu mir und verzehre kein Fleisch. Hat sich etwas für mich verändert? Nein! Ich höre ab und zu mal Sprüche wie Du isst meinem Essen das Essen weg. Blödsinn. Ich finde hingegen eher, dass wir Menschen uns darüber im Klaren sein müssen, dass nicht alles golden ist was glitzert. Beispielsweise ist die Pute, die zum Mittagessen verschlungen wird, vollgepumpt mit Antibiotika und zusammengepfercht mit ihren Artgenossen auf wenige Millimeter. Ein trauriges und kurzes Leben, das sie in einer kleinen dunklen Welt verbringen müssen.

*
Auch einem Vegetarier sollte nicht alles Wurscht sein.
Wenn ihr euch dazu entscheidet vegetarisch oder sogar vegan zu leben, tut ihr den Tieren auf diesem Planeten einen Gefallen und euch selbst auch. Es liegt bei euch, was ihr mit solchen Entscheidungen anfangt. Wichtig ist aber, nicht zu vergessen, dass wir unsere Haustiere auch lieben und auch niemals essen würden. Meine beiden fellnasigen Gefährten Cleo und Tiger würden in manchen Ländern auf dem Esstisch landen...

Für diejenigen, die heute noch auf Fleisch verzichten möchten habe ich ein leckeres einfaches Rezept:
Gefüllte Tomaten mit Couscous


Die Verdächtigen
6 Tomaten
60gr Fetakäse (pro Tomate 10gr rechnen)
90gr Couscous (pro Tomate 15gr rechnen)
Getrocknete oder frische Kräuter
Gewürze
 

Zubereitung
♥ Tomaten waschen und dann den Deckel herausschneiden.
♥ Das "Innenleben" vorsichtig mit einem Löffel entfernen und in einen Mixer geben.
♥ Feta in kleinen Stückchen dazugeben und das Gemisch im Mixer zerkleinern. Dann in eine Schüssel geben.
♥ Nun kommt der Couscous, die Kräuter (ich nehme Oregano und "Italienische Kräuter"). Dazu noch mit Salz und Pfeffer verfeinern.
♥ Alles gut miteinander vermischen.
♥ Nun kommt die Füllung zurück in die Tomaten. Wer möchte kann den Deckel nun wieder auflegen.
♥ So. Ich habe einen Thermomix. Wer es darin machen möchte: Die Tomaten in den Varoma legen, Wasser in den Mixtopf, 15 Minuten bei Varoma.
♥ Das geht natürlich auch ohne Thermomix. Ihr müsst schauen, dass ihr einen Topf habt, darüber eine löchrige Auflage, Tomaten drauf und fertig.
♥ Ich salze mein Wasser auch immer noch ein wenig. Ich esse die Tomaten so. Wer mag kann sie aber auch als Beilage verwenden.
♥ Guten Appetit



Alle mit * gekennzeichneten Bilder stammen von Pixabay


Kommentare:

  1. Ein schöner Artikel,
    habe auch mal nen Monat fleischfrei gelebt, um zu sehen
    wie es so ist. Und es stimmt, man stumpft ab. Dadurch das man nicht
    mehr selbst schlachtet, sondern alles schön in Plastik verpackt im Regal steht nimmt man das Elend nicht mehr wahr.

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  2. Dadurch, dass mein Ersatzvater Metzger ist, habe ich früher täglich Fleisch gegessen, zu dem ich einen Bezug hatte, denn das gleiche Tier habe ich ja ein paar Tage vorher noch im Stall gesehen.
    Daher bin ich mir bei Fleisch schon immer bewusst, dass es gelebt hat. Solange das Leben schön war, finde ich das aber noch in Ordnung...
    Trotzdem werde ich demnächst wohl auch Vegetarier, da ich Fleisch nicht vermissen würde und nur noch sehr wenig (30g für ca. 2 Wochen) esse.
    Dein Rezept sieht übrigens lecker aus :)
    Liebe Grüße

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  3. Ein schöner Artikel. Ich finde Deinen Entschluss toll!
    Und ja, es ist immer etwas anderes, wenn man das "Stück Fleisch" hinter der Theke sieht oder tatsächlich das tote Tier mit Fell und allem drum und dran wahrnehmen muss. :-)
    Das öffnet einem hin und wieder doch die Augen.
    Bei mir war es damals der Film Earthlings und viele viele Recherchen über Massentierhaltung. Das hat mir gründlich den Appetit verdorben, aber ich habe sogar gesundheitlich davon profitiert. (Meine starke Heuschnupfen Allergie ist komplett verschwunden) Von daher habe ich, für mich persönlich, alles richtig entschieden. :-)

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