Samstag, 12. September 2015

Qui suis-je vraiment? Qui je veux être?

Reborn. A new life. A new human. A new me?

"Nehmen wir mal an, Du wirst nochmal geboren.
Gleicher Tag, gleiches Jahr, gleiches Leben.
Das Einzige, was diesmal anders ist,
Du weißt was Du weißt."
Inspiriert durch Patrick



Durch Zufall bin ich auf diesen inspirierenden und anregenden Post gestoßen. Und ich muss sagen, zuerst kam ich ins Stutzen. Es ist doch ein sehr persönlicher Eintrag und auch etwas, das mich selbst jetzt sehr beschäftigt. Was, wenn ich nochmal geboren werden würde? Zu den gleichen Bedingungen: Gleicher Tag, gleiches Jahr, gleiches Leben. Aber meinen jetzigen Erfahrungsschatz dürfte ich mitnehmen in mein "neues Leben".
Nun, ich finde, dass das ein Thema ist, über das sich jeder von uns einmal Gedanken machen sollte. Jeder von uns denkt sich doch mal: Mensch. Das hätte ich aber auch so und so machen können. Oder: Hätte ich damals dies und jenes anders gemacht wäre ich heute ein ganz anderer Mensch.

Patrick hat hierzu ein paar Denkanstöße gegeben, welche ich zumindest teilweise aufgreifen möchte: "Was würdest Du anders machen? Warum würdest Du Dich diesmal anders entscheiden? Wie würde diese Entscheidung Dein Leben beeinflussen? Was denkst Du, wo, was und wer wärst Du heute?"
Und da ich (Gott sei Dank) noch lebe möchte ich euch hiermit an meiner Auseinandersetzung mit eben jenen Fragen teilhaben lassen.

Ich bin 22 Jahre alt. Manch einer möchte sagen, dass ich vielleicht noch zu jung bin und dass ich doch noch gar keinen großen Erfahrungsschatz habe, auf den ich zurückgreifen kann. Aber diese Menschen nehmen sich selbst zu wichtig. Jeder Mensch - und sei er noch so jung - hat etwas zu sagen und kann etwas erzählen. Aber fangen wir mal von vorne an.
Ich möchte die Schulzeit gerne auslassen. Ich hatte teilweise sehr schöne Tage und wiederrum Andere, an denen ich mich gerne verkrochen hätte. Allzeit bereit waren allerdings meine Bücher. Ich habe damals schon unheimlich gerne gelesen und ich glaube die ersten Bücher, die ich regelrecht verschlungen habe, waren die Meisterwerke um Harry Potter von J.K. Rowling. Ich habe getrauert und geweint, als ich Dumbledore verlor und auch als so viele tolle Charaktere im letzten Buch ermordet wurden. Ich war ein elender Trauerklops, als ich diese Zeilen las.
Meine Eltern schulten mich mit 5 Jahren ein. Ich wurde aber im selben Schuljahr noch 6 Jahre alt. Danach ging es für mich auf die örtliche Realschule. Ich weiß nicht, wie alt ich damals war, aber ich schloss einen Bund fürs Leben - zumindest hoffe ich, dass er das ist. MiK. Mehr brauche ich zu diesen Frauen nicht zu sagen. Sie sind mit mir zusammen "erwachsen" geworden und sie sind auch heute noch ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Mit 15 machte ich meinen Realschulabschluss. Ab dann begann mein Leben erst "richtig". Zumindest ist das inzwischen die Zeit, an die ich mich sehr gerne zurückerinnere. Ich gewann viele gute Freunde und ein paar Freunde, die sich hinterher als nicht sehr beständig erwiesen. Und eine Freundin fürs Leben, welche mich in eine wundervolle Welt voll mit Pinguinen und Eishallen entführte. Nach dem Realschulabschluss stand ich also da. Was mache ich nun? Ich persönlich war damals zu jung, um eine Entscheidung zu treffen. Die Entscheidung fürs Leben. Schule? Ausbildung? FSJ? Schließlich entschied ich mich zu einer Ausbildung und wurde schließlich Medizinische Fachangestellte. Auch dort traf ich eine Freundin fürs Leben, die mit mir eine Begeisterung für Erdbeersekt und Ritter-Sport-Schokolade teilte. Mit 18 Jahren war es soweit. Ich beendete meine Ausbildung und wurde übernommen. Damals arbeitete ich bei einem Kinderarzt. ♥ Kinder sind so was Schönes. Der Kontakt zu den Kindern und auch zu den Eltern war mir sehr wichtig. Zu manchen habe ich auch heute noch Kontakt.
Im Zeitraum um mein 15. Lebensjahr lernte ich auch ihn kennen. Meinen Mr. Big. Es gestaltete sich einiges komplizierter, als gedacht. Mit 19 Jahren zog ich von zu Hause aus und wohne nun 500km von meinem Elternhaus entfernt. Ich hole mein Abitur an einem Abendgymnasium nach. Online. Ich bin 2x die Woche in der Schule. Der Rest erfolgt durch Selbsterarbeitung und Disziplin (mal mehr, mal weniger).

Was würdest Du anders machen?
Ich denke in meinen ersten "bewussten" Jahren wahrscheinlich nicht sonderlich viel. Vielleicht würde ich versuchen mehr Anschluss zu finden. Oder herauszufinden, wer wirklich hinter mir steht. Aber sowas erfäht man, denke ich, erst wenn es zu einer "Extremsituation" kommt. Wie z.B. meinem Wegzug. Nach der Realschule würde ich jetzt vermutlich den direkten Weg zum Abitur wählen. Nur diejenigen, die den selben Weg wie ich gehen, wissen wie hart es sein kann. Aber ich habe beim AbiOnline tolle nette Leute kennen gelernt. Einige sind mir ziemlich ans ♥ gewachsen. Ansonsten kann ich meinem neugeborenen Selbst nur raten, sich selbst zu finden und sich zu verwirklichen. Freunde kommen und gehen. Aber die Echten, die bleiben. Da besteht kein Zweifel. Und durch meinen Wegzug von Zuhause habe ich herausgefunden, wer meine Echten sind.


Warum würdest Du Dich diesmal anders entscheiden?
Ich bin inzwischen eigentlich sehr glücklich mit mir und meinen Entscheidungen. Natürlich habe ich auf dem Weg hierhin einige Fehler gemacht. Aber diese Fehler macht jeder mal. Und ich finde auch, dass sie zum Lernprozess beitragen. Auch wenn ich als neues Ich meine alten Erfahrungen hätte, würde ich vieles wieder gleich machen. Ich hatte eine schöne Zeit. Höchstwahrscheinlich hätte ich nur den Weg zum Abitur und allem was danach kommt verkürzt.

Wie würde diese Entscheidung Dein Leben beeinflussen?
Ich würde ein paar sehr nette Menschen niemals kennen lernen, die ich heute schon tief in mein Herz geschlossen habe. Ich wäre auf einem schnelleren Weg zu dem neuen Ich, das ich mir für mich selbst wünsche.

Was denkst Du, wo, was und wer wärst Du heute?
Diese Frage kann ich hier und heute nicht komplett beantworten. Ich wäre vielleicht schon dort, wo ich jetzt im Moment hin möchte. Aber wer wäre ich? Hoffentlich die Person, die ich jetzt anstrebe zu sein. Und vielleicht wäre ich doch die selbe.

Lieber Patrick. Ich danke dir für diesen tiefgründigen Denkanstoß.
Vielleicht beschäftigen sich noch mehr von euch mit diesem Thema. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir schreiben würdet, wo ihr euch sehen würdet.

Tami

Kommentare:

  1. Guten Morgen Tami,

    ein wunderbarer und ehrlicher Beitrag. Passender Lesestoff an einem Sonntag Morgen und zu einer Tasse Kaffee. Ich hatte mich mit meinem Beitrag anfangs auch schwer getan, - mit meinem eigenen Thema! ;-)

    Es ist ein persönliches Thema und nicht jeder kann und will frei darüber berichten und auf sein bisheriges Leben zurücksehen. Manchen ist das zu privat, anderen tut es zu sehr weh.

    Um so mehr freue ich mich natürlich, dass Du das Thema aufgegriffen hast. Du zeigst, dass Du Deinen Weg gefunden hast. ich denke, genau die vergangenen Entscheidungen sind für diesen Weg verantwortlich. Mit dem richtigen Blickwinkel schließt sich der Kreis, - Du hast alles richtig gemacht. Ansonsten wärst Du nicht glücklich.

    Vielen lieben Dank für Deinen Beitrag.

    LG Patrick

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    1. Lieber Patrick,
      vielen Dank nochmal für die Anregung. Oftmals denkt man über solche Dinge gar nicht nach. Da ist so ein Anstoß schon ganz hilfreich. Es bringt einen näher zu sich selbst.
      Liebe Grüße
      Tami

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  2. Danke für deinen lieben Kommentar! Mir gefällt dein Post sehr gut - sehr privat aber auch sehr ehrlich, gut gemacht! :) Habe dich jetzt auf Bloglovin' geaddet, falls mein Widget bei dir immer noch nicht gehen sollte, kannst du mich auf Bloglovin' gerne suchen und so folgen :)
    Ganz liebe Grüße an dich und mach weiter so mit deinem Blog!
    Rebecca von http://becciqueeen.blogspot.de/

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    1. Liebe Queen B :)
      Endlich hat es geklappt :)
      Ich verfolge deinen Blog jetzt auch offiziell :)
      Liebe Grüße
      Tami

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